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IGLOO - das Label für ModernJazz und Weltmusik !
Das belgische Label Igloo wurde 1978 gegründet und hat sich seitdem beträchtlich entwickelt. Anfangs noch auf Produktionen im Bereich "contemporary music" und "electronic" begrenzt, bewegte sich Igloo zunehmend auf den Jazz zu. Ein musikalisches Feld, das von den traditionellen Produzenten Belgiens größtenteils ignoriert wurde. Diese Orientierung wurde durch die Übernahme des Jazzlabels "LDH" verstärkt. Das Label bietet nun einen Eindruck von 25 Jahren Jazz und Improvisierter Musik. Nathalie Loriers, Philippe Aerts, Philip Catherine, Michel Herr, Steve Houben, Eric Legnini, Charles Loos, Ivan Paduart, Jacques Pelzer, Sadi, Diederik Wissels, Pascal Schumacher, Manu Hermia, Anne Wolf; das sind nur einige Künstler, die Igloo zu dem machten, was es heute ist. Inzwischen hat sich das Label eine große internationalte Bekanntheit für seine Jazzproduktionen erarbeitet. Die ursprüngliche Ausrichter - die Eletronik - ging dabei nicht verloren und wird unter dem Label « Igloo + » gepflegt. Zudem veröffentlicht Igloo den zweiten musikalischen Schwerpunkt, die Weltmusik unter « Igloo Mondo ». Ein Bereich, reserviert für Treffen und Produktionen zwischen Musikern wie zum Beispiel Pierre van Dormael mit dem senegalesischen Koraspieler Soriba Kouyaté, Charles Loos und die Aissawas of Rabat, Anfass, Majid Bekkas und Mâäk Spirit mit dem Gnaoua Express von Tangier.
Igloo, eine Quelle von Wärme in der kalten See !
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Variantenreiches aus der Nachbarschaft
Das belgische Label Igloo Records
Seit 1978 pflegt das belgische Label Igloo die heimische Jazzszene. Wo man zunächst auf die Bereiche „contemporary music" und „electronic" gesetzt hatte, entwickelte man recht bald, v. a. nach der Übernahme des etablierten Labels LDH ein gutes Gespür für das kreative Potential des Jazz, der in Belgien wie anderswo eher im Schatten der kommerziell erfolgreichen Musikwelt steht. Dabei bietet die Szene absolut Beachtenswertes auch abseits der überregional allseits bekannten Namen. Mit inzwischen über 180 Produktionen, die, soweit noch nicht vergriffen, in Deutschland durch jazznetwork.com vertrieben werden, hat sich das vom Ministere de la Communaute frangaise de Belgique unterstützte Brüsseler Label als geschmackssicherer Hort Mainstream-orientierter improvisierter Musik aus dem Land der Flamen und Wallonen etabliert. Das geht los im derzeit lieferbaren Katalog mit einem echten kleinen Highlight: Chet Baker, tp, Philip Catherine, g, und Jean-Louis Rassinfosse, b, nahmen im September 1983 im schlagzeuglosen Trio unter dem Titel „Crystal Beils" (IGL034) in sanfter Lyrik und entspannt zuhörender Atmosphäre sechs sensible kleine Pretiosen auf, neben dem Titelstück aus der Feder Charlie Marianos noch Horace Silvers „Strollin", J.J. Johnsons „Lament", Richie Beirachs „Leaving", Ray Nobles „Cherokee" und Bruno Martinos „Estate", allesamt Lehrstücke swingender Berührung der Seele. Fünf Jahre später spielte Philip Catherine im Trio mit Hein van der Geyn, b, und Dre Pallemaerts, dr, das Album „Oscar" (IGL060) ein, in „Oostduinkerke" unterstützt von den Gästen Kevin Mulligan, p, keyb, Trilok Gurtu, perc, und Joe Lovano, ts, ein abwechslungreiches Album, das Trio-Jazz von exquisiter Qualität in facettenreich schillernder Spielkultur erleben lässt. Im Juni 1993 nahm Jacques Pelzer mit „SaluteToThe Band Box" (IGL106) einen Tribut an Tadd Dameron und Gigi Gryce auf, mit dem er seinen eigenen Worten zu Folge „zwei brillante Musiker und Komponisten des Bop zwischen 1950 und 1960 ehren" wollte. „Ihre Frische, Lyrik und harmonische Raffinesse haben immer stark auf mich eingewirkt." Sic! Auch hier wirkt Philip Catherine mit; neben ihm sorgen Philippe Aerts, b, und Bruno Castellucci, dr, für entspannten swing. Auch das aktuellere Jazzgeschehen in unserem Nachbarland ist bei Igloo gut aufgehoben: Da ist z.B. die Pianistin Nathalie Loriers, die mit „Walking Through Walls, Walking Along Walls" (IGL119) im Trio mit Sal La Rocca, b, und Hans van Oosterhout, dr, dem Erbe Bill Evans huldigt, zerbrechlich, tastend, bisweilen auch energisch zupackend in variantenreich sensitiver Kreativität. Funky auf der „Bumpy Road" (IGL129) bewegt sich das Mim! Verderame Quartet. Der Drummer versammelt um sich Gino Latucca, tp, Jean-Marie Ecay, g, und Bart De Nolf, b, und begibt sich mit ihnen hurtig lebhaften Schritts mitten hinein in Bop und Blues. Mit „Sadi's Nonett" (IGL151) verwirklichte sich 1987 der Vibraphonist Sadi (Lalemand), 1927 geborenes Urgestein der europäischen Szene auf Anregung zweier Radioproduzenten, die ihm eine CD widmen wollten, den Traum einer fast schon luxuriös besetzten Band: Die Bläser-Sektion besteht aus Bert Joris, flh, Peter Vandendriessche, as, Marc Godfried, tuba, Guy Dissche, bcl, und Andre Vandendriessche, Waldhorn, die Rhythmusgruppe aus Tony Bauwens, p, Hein van der Geyn bzw. Bart De Nolf, b, und Freddy Rotier, dr. Eleganz, differenzierte Klangfarben und eine Feinfühligkeit, die nur den ganz Großen zu eigen ist, machen die CD zu einer besonderen Sternstunde unwiderstehlich swingender Musik. Chansons des im südfranzösischen Säte geborenen Dichters und Komponisten Georges Brassens (1921-1981) präsentieren Pierre Vaiana, ss, Fabien Degryse, g, und JeanLouis Rassinfosse, b, alias Läme des Poetes auf „Elle Est Ä Toi, Cette Chanson" (IGL154) mit sanftem Touch und träumerischkreativem Sanftmut. Mit seinem eigenen aus dem Lame des Poetes Trio und dem Klaus Ignatzek Quintett zusammengesetzten Jean-Louis Rassinfosse Quintet geht der Bassist alsdann begleitet von Claudio Roditi, tp, Gustavo Bergalli, tp, Pierre Vaiana, sax, Klaus Ignatzek, p, und Bruno Castellucci, dr, auf die energisch vorangetriebene Reise „Crossworlds" (IGL156) ins Grenzgebiet zwischen Bebop und Poesie. Auch Diederik Wissels, p, bringt auf „Song ForYou" (IGL170) Musiker zusammen, die er in verschiedenen Kontexten in Europa kennen gelernt hat. So kommen Erik Truffaz, tp, Tore Brunborg, ts, ss, Olivier Ker Ourio, mh, Fay Claassen, voc, Kathy Adam, cello, Olivier Louvel, g, Christophe Wallemme, b, und Michel Seba, perc, zu Begegnungen, in denen sich differenzierte Kompositionen in einem leisen Rausch verschiedenster Klangfarben entfalten. Sanfte Töne gibt's auch bei den „Douces Illusions" (IGL176) von Ivan Paduart feat. Richard Galliano. Der Pianist und der Akkordeonist begeben sich gemeinsam mit Philippe Aerst, b, Bruno Castelluci, dr, und Gauthier Lisein, perc, mit Passion in den Kontext des Streicherensembles Musique Nouvelle, behutsam, zart und von wärmender Gelassenheit. Last but not least Guy Cabay, vib, voc, p, mit „On The Jazz Side Of My Street" (IGL181), einer abwechslungsreichen Produktion, die unter Mitwirkung von Jacques Pirotton, g, Benoit Vanderstraeten, b, Bruno Castellucci, dr, und etlicher Gäste incl. des Heliotope String Orchestra vokal und instrumental von schwebender Ruhe bis zu kraftvollen Energieschüben eine große Bandbreite von Stimmungen in überzeugender Weise zu transportieren weiß.
Tobias Böcker
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