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ALL ABOUT JAZZ
Siboney pairs guitarist Carlos Barbosa-Lima noted Latin Jazz bassist Eddie Gomez. The match makes for a good fit. The two musicians share a deep empathy for the music they are playing and what a card of tunes it is. This disc highlights Latin popular music of the '30s, '40s, and '50s, with an emphasis on composers Ernesto Lecuona, Rafael Hernandez, and Ernesto Cordero. Barbosa-Lima performs solo and with his ensemble. The music and playing is simply intoxicating. This music will be immediately familiar to any American Listener. Pieces like Juan Tizol’s “Perdido” demonstrate the direct link between Latin music and the American musical unconscious. There is little point in looking for highlights, because there are none or they all are. Music of this caliber is simply sublime.
Jazzpodium 2005-09
Mit gleich zwei neuen Alben kommt Carlos Barbosa-Lima, ein Mann, der seit Anfang der 80er Jahre emsig produziert-damals auf dem populären und ungewöhnlich gitarrenfreundlichen Label Concord, dem Label-Vater Carl Jefferson auch noch, gewissermaßen um Carlos herum, ein Schwester-Label namens Concord picante hinzuschuf.CBL, 1944 in Säo Paulo geboren und einst Student von Isaias Savio und Maestro Segovia, ist die Konsequenz in Person. 1982, 15 Jahre nach seinem US-Debüt, startete er, ein Jahr nach seinem Debüt mit „Impressions", seine traumhaft gleichmäßige Platten-Karriere programmatisch mit Musik von Jobim und Gershwin auf ein und derselben LP: Süd- und Nordamerika waren und blieben die Pole, und dazwischen tummelt sich in seiner enormen Repertoire-Breite so ziemlich alles von der gesamten klassischen Standard-Literatur bis zu Joplin-Ragtimes, Brubeck, Beatles, Bernstein und immer wieder die Musik seiner Heimat. Heute lebt er in Puerto Rico, von wo aus er unermüdlich seine diversen künstlerischen Aktivitäten verfolgt, zu denen nun eben auch die beiden neuesten CDs gehören, „Siboney" und „Frenesi"-ein Konzertgitarre-Labsal im Doppelpack. Auf „Frenesi", hier und da unterstützt von Gustavo Coilina, cuatro, John Benitez, b, und Edgardo Aponte, maracas, bongos etc., spielt Barbosa-Lima 16 durchweg südamerikanische Songs, darunter auch „Natalia", Titelstück seiner letzten CD-Produktion. „Don't ery for me Argentina" ist hier wahrscheinlich die einzige Konzession an die Popularität, der er auf „Siboney" doch schon mal die eine und andere Delikatesse mehr entlockt, etwa Juan Tizols gutes, altes „Perdido", dann „Tico Tico", „Guantanamera", „Perfidia" und Perez Prados Klassiker „Mambo no. 5". Wo „Frenesi" folkloristischer, „klassischer" ist, ist „Siboney" vom Gesamtzugriff her „heißer" und kraftvoller als die Stücke auf der um Authentizität bemühten „Frenesi". Dass auf „Siboney" in vier Stücken der US-Bassist Eddie Gomez mitmacht, hat natürlich seinen Reiz, und etliches seiner Kraft verdankt dieses Album zudem dem Pianisten Oscar Hernandez und dem intensiven Einsatz der Percussion (Dafnis Prieto, Pepe Torres). Erstaunlich ist das schon, dass jedes, aber auch wirklich jedes Barbosa-Lima-Album in Bann zieht und tiefen Eindruck hinterlässt. Und das dürfte eben auch der besondere Zauber sein: dass Barbosa-Lima in seinem Spiel all das erfolgreich zusammenführt, das Byrd, Bonfa, Bola Sete auch, Almeida und, last not least, auch Baden Powell noch mehr oder minder unabhängig voneinander entwickelt haben. Und, nochmal last not least, schließlich auch Hochwürden Segovia. Besser, größer, umfassender, mehr Standards setzend geht nicht mehr. Alexander Schmitz
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