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zFrieder Berlin: Soul Fingers
Frieder Berlin (p) Hansi Schuller (b) Peter Schmidt (dr)
Route 66 / Lullaby of Birdland / ´s wonderful / Learning the Blues / Soul Fingers / My Funny Valentine / The Days of Wine and Roses / Yesterdays / My Romance / Caravan / A Foggy Day / Lignano / Blues for Lennie
Frieder Berlin, Jazzpianist und Musikredakteur des SWR, legt mit "Soul Fingers" die erste CD unter seinem Namen vor, eine Trio CD, die Jazzstandards in eigenen, persönlichen Arrangements präsentiert wie auch Eigenkompositionen. Zupackend, aber auch mit kammermusikalischer Subtilität geht Frieder Berlin an die Stücke heran. Er verwendet einerseits die von George Shearing bekannte Blockakkordtechnik, andererseits aber auch perlende Singlenoteläufe, so daß man seine Vorliebe für Oscar Peterson und Keith Jarrett erahnen kann. Sein Vorbild, für Klaviertrio zu arrangieren, aber ist die amerikanische Pianistin Lynne Arriale. Dies zeigt sich besonders bei "My funny Valentine" und "Yesterdays". Frieder Berlins Eigenkompositionen decken verschiedene Stilrichtungen ab: "Soul Fingers" - wie eine Groovenummer der 60er Jahre, "Lignano" ein modaler Jazzwaltz und "Blues for Lennie" - ein schneller Bebop-Blues. Seine Mitmusiker, Hansi Schuller am Baß und Peter Schmidt, Schlagzeug, sind ein fester Bestandteil der Stuttgarter Jazzszene. Sie überzeugen durch ideenreiche Soli und eingespielte Teamarbeit.
Satin Doll Productions /rec 2001 /ModernJazz /Digipak /CDs: 1
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Online Musik Magazin
Jazz-Piano vom Feinsten - Hochgenuß á la carte
Produktionen des deutschen, genauer: Baden-Württembergischen Jazz-Labels Satin Doll habe ich ihnen hier schon vorgestellt. Es lohnt, einen Blick zurück in die Label-Geschichte zu tun und sich neben den Neuerscheinungen auch noch einmal Aufnahmen aus den Anfängen anzuhören. So geschehen mit "Soul Fingers" dem Debüt-Album des Frieder Berlin Trios. Hier hat der Label-Gründer, Komponist und Pianist ganz weit das American Songbook aufgeschlagen, die delikatesten Stücke herausgepickt und neu arrangiert. Die Titelliste spricht für sich. Zehn Standards hat Frieder Berlin ausgewählt und mit drei eigenen Kompositionen (Soul Fingers, Lignano und Blues For Lennie) aufgefrischt.
Berlin beherrscht sein Handwerk, zollt den Großen seiner Branche Respekt, erweist George Gershwin, George Shearing, Richard Rogers, Oscar Peterson und anderen mit seinen griffigen Arrangements elegant Reverenz. Sein Trio ist klassisch, Bassist Hansi Schuller und Schlagzeuger Peter Schmidt zeigen wie Berlin selbst internationales Format. "Soul Fingers" hat von vielem Guten eine Menge, vor allem aber ist es auf anspruchsvolle Art leicht, eine inspirierte Spurensuche auf den Pfaden des Jazz, die kurzweilig, beschwingt und auch beim x-ten Mal Hören noch hinreißend ist.
Mit "Route 66" steigt das Trio ein, und wüßte man nicht daß Frieder Berlin das Arrangement geschrieben hat und am Klavier sitzt, man möchte glauben, Horst Jankowski wäre mit im Boot - brillant! "Lullaby Of Birdland" hätte Shearing selbst nicht seelenvoller gegeben - er würde Berlin hier sicher auf die Schulter klopfen. Tun wir es für ihn. Ein virtuoses Schlagzeugsolo pept Gershwins Musical-Song "´s Wonderful" auf, und mit "Learning The Blues" präsentiert Berlin den unverwechselbaren Stil Oscar Petersons. Mal verträumt ("My Funny Valentine"), mal mit einem Kick Latin, mal ruhig, dann wieder treibend und swingend ("Soul Fingers") oder mit etwas angezogenem Bop-Tempo wie in "Blues For Lennie (Tristano)" ist dieses Album ein unterhaltsames Lehrstück der jüngeren Jazz-Piano-Geschichte. Wird in meinem Plattenregal in Reichweite bleiben. Von Frank Becker
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