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jazzdimensions.de | 12.01.05
Lajos Dudas Quartet - "Jazz and the City"
Weich, melodiös, gelöst, zart, milde, und flüssig - das sind einige der Eigenschaften, mit denen Rezensenten die Musik des 1941 in Budapest geborenen Klarinettisten Lajos Dudas bedacht haben. Seit 1960 spielt er, Grenzgänger der Musikgenres, als Solist und Bandleader in den Sparten Klassik, Jazz und Rock.
Lajos Dudas Quartet - "Jazz and the City"
Auch hier, auf dem Album Jazz in the City, zeugt sein Spiel von Eleganz, generösem Geschmack und der Abneigung vor Extremen und Kategorien. Mühelos schmirgelt und drechselt er an Ecken und Kanten von Klassikern und Gassenhauern. So sind auf dem Album neben Eigenkompositionen (Riffs, Miles, Cab Car, Soft Waves) auch bekannte fremde Stücke zu hören, deren Melodik, Rhythmus oder Harmonien es in sich haben.
Die traurig-schöne Ballade "Here's that rainy day" aus der Feder van Heursens, oder Klemmers "Just friends", die beide changierende Dur- und Mollstimmungen, Tonlagen, Wetterliebeslagen beschwören, werden hier mit einem schulterzuckenden Na-So-Ist-Das-Eben kommentiert. Den rauhen explosiven Charme der Musicalfassung von Bernsteins Schlager "America" wird man vielleicht der introvertierten Version Dudas' und seiner Mitspieler (Philipp van Endert - Gitarre, Martin Gjakonowski - Bass, Kurt Billker - Perkussion) vorziehen.
Brubecks/Desmonds "Take Five", trotz seines programmatischen 5/4 Taktes inzwischen supermarkttauglich, führt das Quartett, swingend, über nervösen Gitarren-Riffs, in den Jazz zurück. Wer fein ziselierte Improvisationen mag, mit hübschen Wendungen auf engem Raum, der sollte sich dieses Album anhören. Thomas Götzelt
JazzPodium 2004-10
Wir haben's ja schon immer gewusst: Jazz ist ein Lebenselixier, ein Jungbrunnen, Anti-Aging pur! Einer der ohnehin bedeutendsten Klarinettisten des Planeten bleibt sehr konkret am Ball, elegant, zupackend, phantasievoll. In punkto Melodieführung, Ton, Klangkultur und Phrasierung kann dem Großmeister sowieso niemand etwas vormachen, wenn er anhebt zu seinen solistischen Exkursionen in die Kernbereiche ausgewählter Standards und exzellenter Originals. Seinen idealen Konterpart im Dialog der Generationen hat Lajos Dudas schon seit einigen Jahren in Philipp van Endert, g, der den luftigen Linien der Klarinette Paroli bietet, mal in erdenschwer bluesigem Vorwärtsgang, mal in der transparenten Offenheit reduziert-raffinierter Akkordarbeit. In Gemeinschaft mit Kurt Billker, dr, und Martin Gjakonowski, b, entsteht ein stabiles rhythmisches und harmonisches Gerüst, in dessen Groove sich Lajos Dudas unbekümmert und nach Herzenslust tummeln kann wie ein Spatz, der nur in der Stadtluft so richtig auflebt. Und ein bisschen über 60 ist ja für einen Jazzmusiker noch gar kein Alter! Tobias Böcker
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