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Christian von der Goltz Trio: Complicated stories (with no end)

Christian von der Goltz (p) Paul Imm (b) Heinrich Koebberling (dr)

Paulie's Idea / Andere Jahreszeit / Complicated Stories (With No End) / And Again It Was You / Praise / Ariadnefaden / Oberneuland / Karrusellfahrt / Milchstraße

Christian von der Goltz stellt seine neueste Trio-CD complicated stories (with no end) vor – diesmal mit Paul Imm am Bass und Heinrich Köbberling am Schlagzeug.
Nach mehreren Sessions und Konzerten in dieser Formation ist der gemeinsame Wunsch entstanden, mit den neu entstandenen Kompositionen ins Studio zu gehen; das Zusammenspiel hatte bereits an Offenheit und Präzision gewonnen und der Zeitpunkt schien in jeder Hinsicht günstig zu sein.

Die Stücke, merkwürdig und stimmig zugleich, ermöglichen im Spiel sehr viel Fluß; das Spektrum der Assoziationen reicht von der eher dunkel-entrückten Milchstraße über das kindlich-sorglose Lied Paulie’s Idea bis zu den verstrickt-komplizierten Kompositionen wie Oberneuland oder Karusselfahrt. In der Titelnummer complicated stories (with no end) scheinen deutsche Romantiker wie Schumann oder Brahms durchzuklingen, während der Zuhörer im Gospel-song Praise wieder auf den Boden des Groove zurückkehrt. And Again It Was You wiederum ist eine bittersüße Ballade im Stil eines Duke Pearson; hier entfaltet von der Goltz seine für ihn so typischen Klangfarben, sein „jeu plein de volupté“ (L’Est Républicain).

Konnex Records /rec 2004 /ModernJazz /JewelBox /CDs: 1

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Auf den Merkzettel



Rezensionen

AUDIO 2006-06 | CD des Monats

Komplizierte Geschichten? Das gilt eher für den Prozess des Komponierens, wie ihn der Berliner Pianist (und Jazz-Dozent) Christian von der Goltz beschreibt: "Eine Melodie zu fassen, ist ungefähr so leicht, wie ein Stück Seife in der Badewanne zu greifen." Die Folge: Manche werden nie fertig. Auch auf einige der neuen Titel trifft das zu: Der "Ariadnefaden" etwa, der ja aus dem Labyrinth führen soll, könnte noch weitergesponnen werden. Überhaupt wirken viele Themen wie aus dem Augenblick heraus entwickelt. Die meisten sind schlicht, aber doch nicht zum Mitsummen, schön, aber nicht kitschig. Und die Vielfalt triumphiert: Da steht souliger Bluesrock ("Praise") neben Boppigem und traumschöner Ballade, da gibt's Meditation über das endlose All ("Milchstraße") mit weit ausholenden Klangrückungen, einen Walzer in Moll mit Schrittfolgeproblemen, aber auch spielerisch ausgelassene Variationen über eine Art Kinderlied ("Paulie's Idea").
Auf der CD-Hülle wird der Name des Chefs von Paul Imm (Bass) und Heinrich Köbberling (Drums) eingerahmt. Zu Recht. Die drei bilden eine Einheit wie Trios von Bill Evans, dessen Spielweise vielfach anklingt. Imm hat viel Raum für melodiöse, vom Piano behutsam untermalte soli, sein abgestimmtes Interplay mit dem Drummer belegt lange Partnerschaft. Klasse Musik, klasse aufgenommen. - Peter Steder

Ein Vollbad in Melodie

Musik: 5 von 5 | Klang: 5 von 5

Info

Christian von der Goltz hat in den letzten Jahren zwei CD’s herausgebracht, die im diffizilen Idiom des modernen Klaviertrios zum Besten gehört, was hierzulande seit langer Zeit zu hören war. So lobte das New Yorker Fachblatt Cadence, in der Besprechungen deutscher Produktionen sonst eher zurückhaltend, die „challenging… and inventive tunes“ der CD sophie said und resümierte mit der Feststellung: „Goltz has woven a series of compositions into a solid recording that exalts the piano trio“. Auch die deutsche Fachpresse war voll des Lobes und sprach von einem „Höchstmaß an Präzision im kollektiven Zusammenspiel“ (inMusic) und einer „sehr überzeugenden Premiere“ (Jazz-Podium). Die rundum gelungene Platte zeichnet sich aus sowohl durch die Fülle ihrer anspruchsvollen Kompositionen – die trotz der beträchtlichen stilistischen Spanne, die sie überbrücken, stets die Bodenhaftung zum Swing behalten – als auch durch die mitwirkenden Musiker (Stefan Weeke – b; Michael Griener – d), die ihr „traumwandlerisches Zusammenspiel ohne Effekthascherei… entwickeln“ (Prinz). Über seine Kompositionen schrieb Jazzthetik: „von der Goltz… ist ein Komponist, der es versteht, jedem seiner Stücke… zu einem kleinen Mikrokosmos werden zu lassen.“

Aufgrund der CD sophie said wurde auch das Goethe-Institut auf das Trio aufmerksam und schickte von der Goltz auf mehrere Tourneen nach Frankreich, Israel, Finnland, Lettland, Estland, Rußland und in die Türkei.

Im Jahr 2002 erschien die zweite Trio-CD dreaming mit Ed Schuller (b), bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Paul Motian und Joe Lovano, sowie Eliot Zigmund (d), dem langjährigen Schlagzeuger sowohl des legendären Bill-Evans- als auch des Michel-Petrucciani-Trios. Diese Dokumentation der Begegnung dreier ungewöhnlicher Musiker, die nie vorher zusammen gespielt hatten, war für von der Goltz ein musikalisches Schlüsselerlebnis. Das Jazz-Podium schrieb in Anspielung auf den Titel der CD, dass es schön sei, wenn Träume wahr würden. Für das Goethe-Institut spielte das Trio im Sommer 2003 im Rahmen des Toronto-Jazz-Festivals.

Nun stellt Christian von der Goltz seine neueste Trio-CD complicated stories (with no end) vor – diesmal mit Paul Imm am Bass und Heinrich Köbberling am Schlagzeug.
Nach mehreren Sessions und Konzerten in dieser Formation ist der gemeinsame Wunsch entstanden, mit den neu entstandenen Kompositionen ins Studio zu gehen; das Zusammenspiel hatte bereits an Offenheit und Präzision gewonnen und der Zeitpunkt schien in jeder Hinsicht günstig zu sein.

Die Stücke, merkwürdig und stimmig zugleich, ermöglichen im Spiel sehr viel Fluß; das Spektrum der Assoziationen reicht von der eher dunkel-entrückten Milchstraße über das kindlich-sorglose Lied Paulie’s Idea bis zu den verstrickt-komplizierten Kompositionen wie Oberneuland oder Karusselfahrt. In der Titelnummer complicated stories (with no end) scheinen deutsche Romantiker wie Schumann oder Brahms durchzuklingen, während der Zuhörer im Gospel-song Praise wieder auf den Boden des Groove zurückkehrt. And Again It Was You wiederum ist eine bittersüße Ballade im Stil eines Duke Pearson; hier entfaltet von der Goltz seine für ihn so typischen Klangfarben, sein „jeu plein de volupté“ (L’Est Républicain).

Mit Paul Imm und Heinrich Köbberling hat Christian von der Goltz zwei neue Trio-Partner gefunden, die mit ihrer reichhaltigen Erfahrung, ihrer musikalischen Reife und ihrem Können seiner Musik zu größtmöglichen Dichte und Lebendigkeit verhelfen. Sparsamkeit in der Wahl der Ausdrucksmittel, lebendiges Vorstellungsvermögen und ein gemeinsamer sense of swing schaffen einen modernen und eigenwilligen Trio-Sound, in dem der Musik genug Raum zum Atmen gelassen wird.



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