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Jazzpodium 2005-05
Wer die Blindgänger sind, um deretwillen sich Achim Jaroschek und Ernst-Ludwig Petrowsky kurzfristig zum Duo zusammengetan haben, erschließt sich leicht aus dem Vorspann. In gewohnt ausufernder Rede, die das Live-Album, in voller Länge von 3"49 mitgeschnitten, einleitet, beklagt sich Petrowsky über abwesende Politiker („Persönchen aus der Regierungsclique") und rät ihnen, die Kunst der Improvisation zu erlernen. Er hat gut reden, der Saxophonist. Blendend beherrscht der inzwischen über Siebzigjährige jene Tugend, die manch jungem Musiker abgeht. Im freien Spiel begegnet er dem rheinländischen Pianisten Achim Jaroschek, der seit Jahren die Kunst der freien Improvisation pflegt. Ohne Absprachen und Abtasten befinden sich die beiden Improvisatoren rasch inmitten musikalischer Abläufe. Petrowsky hat seine experimentelle Spielfreude erfreulich bewahrt, ihm ist kein Winkel moderner Spielweisen fremd. Da wird munter überblasen, werden Klänge und Sounds ausgeleuchtet; die ganze Vielfalt der Ausdrucksmittel erscheint unerschöpflich. Dem hat Jaroschek nicht viel entgegenzusetzen. Zwar entfacht sich mancher spontane Dialog, doch meist reagiert der Pianist auf die Ausbrüche des Saxophonisten. Sein Spiel hat nicht die gewohnte eruptive Kraft, gibt sich bluesiger, also traditioneller. Warum die acht Improvisationen mit merkwürdigen Titeln bedacht wurden, die dann manchmal gar ausgeblendet und mit kleinen elektronischen Gags aufgemotzt wurden, bleibt Geheimnis der beiden Musiker. Sie haben sich jedenfalls zu einem ungewöhnlichen Duo getroffen. Reiner Kobe
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