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Lemke - Nendza - Hillmann: Elarte
Johannes Lemke (ss, as) André Nendza (B, bass-schlitztrommel) Christoph Hillmann (dr)
El Arte / Be Cheerful / Namioke / Kirek / Pure Flame / Waiting / Barab / The Concept of North / Steve's Feet / Nine / Say No More / Oh, Brother
Als "Weltzeitmusik" bezeichnen die Musiker die Stilrichtung, die sie vertreten - Fernöstlich-Meditatives kommt darin ebenso vor wie höchst irdische Großstadt-Klänge. Einfallsreich und phantasievoll sind die Kompositionen, mal assoziativ-versponnen, mal stark rhythmus-betont, dabei immer sehr melodisch. Perfekt funktionieren die Interaktionen zwischen den gut aufgelegten Musikern, deren Spiel mal eng miteinander verzahnt ist, mal weit auseinander driftet und wieder zusammenfindet. (Hanna Styrie)
Crecycle Music /rec 2004 /ModernJazz /Digipak /CDs: 1
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jazzdimensions.de: 17.05.05 Autor: Herbert Federsel
"I had no nation now but the imagination". Derek Walcotts Versuch einer erweiterten Identitätsbestimmung könnte auch als Leitmotiv für EL Arte dienen. Mit Vorstellungskraft und Phantasie haben Johannes Lemke (Alt-, Sopransaxophon), Andrè Nendza (Bass) und Christoph Hillmann (Schlagzeug, Percussion) ein Album zusammengestellt, auf dem auch Elemente aus einer Reihe anderer Spielkulturen verwendet werden.
Lemke / Nendza / Hillmann - "El Arte"
Zentrum des Geschehens ist und bleibt aber der Jazz. Auffällig ist der unaufgeregte, respektvolle Umgang der Musiker mit den anderen Musikkulturen. Das Resultat ist keine beliebig konstruierte Melange: Kompetent, einfühlsam, die Qualitäten des Herkunftsmaterials fein erspürend gehen Lemke, Nendza und Hillmann auf weite Reisen und entwickeln spannende Klanglandschaften. Geschmacksicher und mit klaren Vorstellungen lassen sie sich auf nordische, orientalisch-fernöstliche und lateinamerikanische Erfahrungen ein.
Mal nachdenklich-melancholisch gestaltet oder fragil-balladesk, mal voller Dynamik, vital und zupackend oder sinnlich-lässig, als ob man an eine Ben-Webster-Tradition anknüpfen wollte – ideenreich und lebendig wird der eigene Standort umspielt, das Unbekannte und Unerwartete gesucht. Lemke, Nendza und Hillmann wagen eine Menge, nutzen geschickt die gebotenen Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des Saxophontrios. Gerade dessen spartanisch anmutendes Ambiente sowie sein spröder Klangcharakter stellen für Spieler und Hörer unverändert eine Herausforderung dar.
Sonny Rollins hat vor fast einem halben Jahrhundert die Messlatte für diese Instrumentalbesetzung wahrlich hoch gelegt. Lemke, Nendza und Hillmann können erhobenen Hauptes zum Sprung ansetzen.
Music Manual, 01/05:
… verneigen sich unisono vor „El Arte“ (Kunst) und schmiegen sich dezent lasziv ans Gewand der Muse. Süßholz raspelndes Saxophon, schmeichelnder Bass und erregt zitternde Perkussion werben um ihre Gunst. Die auch gewährt wird, denn die Musik dieses Trios hat eine intensive Sprachdichte, ob lyrisch-kühl bei „The Concept of North“, krumm modal rockend mit „Steve’s Feet“ oder „Barab“ orientalisch kichernd. …
drums&percussion, Mai/Juni 2005:
… Dabei kommt eine eigenständige und packende Mischung heraus, die allen drei Charakteren reichlich Raum für die Entfaltung eigener und gemeinsamer Ideen lässt. Das macht auch beim Zuhören Spaß, denn festgefahren oder vorhersehbar ist hier kaum etwas. …
InMusic, März/April 2005:
(****) … Hier treffen magische Elemente des Orients auf handgemachten Modernjazz und frei strukturierte Linien. Freie Improvisationen und ein furioses Ensemblespiel erzeugen klar konturierte Motive und diffizile Stimmungen. Ute Bahn
Jazz Podium, März 2005:
… schaffen eine Gesamtharmonie, dazu schöne Melodien, virtuose Linien, freie Passagen und verschiedenste Stimmungen von „aufgebracht“ bis „verträumt“. Die CD ist an Abwechslungsreichtum kaum zu übertreffen… macht aus dieser CD eine Bereicherung für jeden Haushalt …
Jannek Roland Meyer
KULT, Februar/März 2005:
Lebendig und vor Kraft sprühend besteht das Trio das Abenteuer des Klangs meisterlich. Klaus Hübner
Jazzthetik 02.05:
(****)… Lemke selbst, an Alt- und Sopransaxophon gleichermaßen versiert, empfiehlt: «Be Cheerful» - und dazu hat er nach dieser klasse Aufnahme auch allen Grund! Die Kölner Szene, von vielen unter Inzest-Verdacht gestellt, beweist mit El Arte wieder einmal, welch prachtvolle Blüten in ihrem Biotop gedeihen. Ulrike Proske
Kölnische Rundschau, 30.04.2005:
… spielfreudig, virtuos und bemerkenswert unangestrengt. Das Debüt-Album macht schon jetzt Lust auf mehr Lemke – Nendza – Hillmann.
Hanna Styrie
Kölnische Rundschau, 2.Juni 2004:
Das Buch Hiob in zwölf Minuten? Schwer vorstellbar, für experimentierfreudige Musiker aber kein Problem, wie das Trio Lemke-Nendza-Hillmann bei dem Titel "Der Tanz des Hiob" eindrucksvoll demonstrierte. Im letzten Jahr formierten sich Saxophonist Johannes Lemke, Bassist André Nendza und der Schlagzeuger und Percussionist Christoph Hillman zum Trio - eine höchst kreative Verbindung dreier Musiker, die mit lyrisch-verträumten und rhythmisch-expressiven Klängen gleichermaßen begeistert. Banderfahrung haben die Jazzer aus vielen anderen Projekten, in der kleinen Trio-Formation aber können sie ihrem musikalischen Einfallsreichtum freien Lauf lassen und sich gegenseitig zu Höhenflügen auf ihren Instrumenten anstacheln. Am Freitagabend feierten die Musiker im vollbesetzten Haus am Bahndamm eine "kleine Weltpremiere". Ausschließlich Eigenkompositionen standen dabei auf dem Programm. Als "Weltzeitmusik" bezeichnen die Musiker selbst die Stilrichtung, die sie vertreten - Fernöstlich-Meditatives kommt darin ebenso vor wie höchst irdische Großstadt-Klänge, wie man sie etwa in dem Titel "Steve's feet" zu hören bekommt. Einfallsreich und phantasievoll sind die Kompositionen, mal assoziativ-versponnen, mal stark rhythmus-betont, dabei immer sehr melodisch. Perfekt funktionieren auch die Interaktionen zwischen den gut aufgelegten Musikern, deren Spiel mal eng miteinander verzahnt ist, mal weit auseinander driftet und wieder zusammenfindet. Johannes Lemke steht als Saxophonist und Moderator im Zentrum des Geschehens. Er hat seinen musikalischen Horizont durch Kontakte zu indischen und afghanischen Musikern erweitert, doch gibt es auch Inspiration aus dem privaten Umfeld. "Schlaf, mein kleiner Schreihals" lautet eine Nummer, in der er sein Instrument schnarren und keifen lässt. Lemke ist ein flexibler Bläser, der sich am Sopran- und am Tenorsaxophon gleichermaßen profiliert. Der Lyriker im Trio ist André Nendza. Der Titel "O Brother" gab ihm reichlich Gelegenheit, sich am Bass in Szene zu setzen. Dass Christoph Hillmann zu Recht als Klangzauberer bezeichnet wird, zeigte sich schon beim eingangs gespielten "First love song". Reaktionsschnell und einfallsreich zaubert er aus seinem Schlagzeug oder verschiedenen Trommeln den perfekten Rhythmus. Als Grenzgänger zwischen Weltmusik, Neuer Musik und modernem Jazz liefert er viele Impulse, ist wendig und einfallsreich und immer für eine Überraschung gut. Wenn Hillmann ein Solo hochpeitscht, ist ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher. Es macht Spaß, die drei Individualisten dabei zu erleben, wie sie sich gegenseitig inspirieren, wie sie mal mit- und mal gegeneinander spielen und wie aufmerksam und lustvoll sie musikalisch kommunizieren. Keine Frage, das Trio Lemke-Nendza-Hillmann ist eine gelungene Bereicherung der hiesigen Jazzszene.
Hanna Styrie
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