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Tommy Newsom: Newsom and his Octo-Pussycats

Tommy Newsom (ts) Warren Vache (cor) Wayne Andre (tb) Karolina Strassmayer (as,fl) Lisa Parrott (bs) Derek Smith (p) Noriko Ueda (b) Sherrie Maricle (dr)

Titter Pipes / Detour Ahead / Cinnamon and Clove / In a Mellow Tone, Speak Low / Come Sunday / Poor Little Rich Girl / Maids of Cadiz / Upper Manhattan Medical Group

"Das Schlüsselwort, das stets auf Tommy Newsom' s Spielweise zutrifft, ist - Geschmack! Dies ist eine einzigartige CD, von erfahrenen Instrumentalisten fachmännisch gespielt, die bewußt einen ganz wesentlichen Sound eingebracht und erhalten haben, der vorallem swingt! Es ist weit mehr, als nur Musik zum flüchtigen Hören, zum gelegentlichen Mitklatschen oder Fußwippen, denn Tommy Newsom´s vielschichtige Sounds werden selbst bei Wiederholungen immer wieder frische Nuancen offenbaren." Album Notes von Floyd Levin, berühmter Jazz-Historiker, Journalist und Autor von "Classic Jazz - A Personal View of the Music and Musicians"

Arbors Records /rec 2004 /Mainstream /CDs: 1

Anzahl | Quantity:   St

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Rezension

JazzPodium 2005-05

Dem 1929 geborenen und eigentlich zu Unrecht unterbewerteten, jedoch sehr profilierten Tenorsaxophonisten Tommy Newsom war, obwohl auf einer Vielzahl von Aufnahmen als Sideman vertreten, eine CD unter eigenem Namen erst 2000 vergönnt („Friendly Fire", Abors ARCD 19251). Mit vorliegender, seiner zweiten unter eigenem Namen 2003 eingespielten CD erweist sich Newsom nicht nur als bedeutender Instrumentalist, sondern auch als begnadeter Arrangeur. Seinen diesbezüglichen Ruf bestätigt Newsom z. B. bereits als Mitglied des Benny Goodman Orchesters der 1960er Jahre bei dessen Gastspiel in Moskau, als er u. a. seine Komposition „Titter pipes" für das BG-Orchester arrangierte. Vorliegende CD startet mit „Titter pipes", wobei Newsom das SaxophonDuett Zoot Sims/Phil Woods der Moskauer Einspielung zu neuem Leben erweckt. Natürlich übernimmt er hier den Part des Tenoristen, während den Altsaxophon-Part die Österreichgebürtige Karolina Strassmayer innehat. Außer dieser hochtalentierten Saxophonistin hat Newsom drei weitere Ladies aus der Diva-Band in sein Octo-Pussycats geholt: Neben DivaLeaderin/Schlagzeugerin Sherrie Maricle sind Lisa Parrott, Baritonsaxophon, sowie Bassistin Norika Ueda mit von der Partie. Warren Vache, Kornett, auch Trompete, Wayne Andre, Posaune, sowie Derek Smith am Piano komplettieren das hochkarätige Oktett, das bereits mit „Titter pipes" seine fulminante musikantische Visitenkarte abgibt. Newsoms Arrangements lassen die Ensemblepassagen streckenweise wie eine Big Band erklingen. Sein voller runder Ton zeigt sich an der Coleman Hawkins/Ben Webster-Schule orientiert, und seine solistischen Beiträge weisen ihm keinesfalls einen hinteren Platz in seiner Zunft zu. Karolina Strassmayers Altsaxophonspiel lässt Charlie Parker/PhilWoods/Cannonball Adderley-Inspirationen erkennen, ihre Soloparts weisen sie als erstrangige Interpretin mit weitgefasstem Ausdrucksbereich aus. Zudem hört man sie in „Cinnamon and clove" als ideenreiche, das Ensemblespiel prägende Flötistin. „In a mellow tone" ist stark an Duke Ellingtons Kleinformation orientiert ohne in eine Kopie zu verfallen. Hier lässt Lisa Parrott ihr Format in ihrem kraftvollen, gleichsam auch geschmeidigen Baritonspiel erkennen. Mit ihren beiden ausgedehnten, mit außerordentlicher Subtilität und ebensolcher Ausdrucksintensität geblasenen Soli in „Come Sunday" aus Ellingtons konzertantem Opus ,Black, brown and beige" schafft sie weitere eindrucksvolle Höhepunkte dieser CD. Über den Stellenwert eines Warren Vache muss man nicht weiter diskutieren; seine Meisterschaft zeigt sich hier in voller Größe in allen Titeln, vornehmlich auf dem Kornett, aber auch auf der Trompete, diese vielfach mit Dämpfern gespielt. Posaunist Wayne Andre, langjähriger Weggefährte Newsoms, muss sich mit seinem kraftvoll-eleganten Spiel und auch solistisch nicht hinter den übrigen Musikern verstecken; leider verstarb er kurz nach diesen Aufnahmen. Derek Smith steht par excellence für modernes, swingendes, von großer Individualität geprägtes Pianospiel, hier solistisch glanzvoll wie auch rhythmisch mit stetem Drive agierend. Diesen entwickelt auch Norika Ueda am Kontrabass mit unüberhörbarer swingender Präsenz. Last but not least ist Sherrie Maricle das in allen Tempi mit nuancierter Dynamik und Technik absolut souverän wirkende Rhythmusfundament. Neun Titel mit langen Laufzeiten erlauben den Octo-Pussycats volle Entfaltung von spannungsreichen Ensemble- und Solopassagen, zudem sorgen Newsoms meisterhafte Arrangements für ein wechselreiches Geschehen und machen diese CD zu einem Highlight im noch jungen Arbors-Programm des Jahres 2005. Gerhard Hopfe

Info

"The key word that describes Tommy´s playing is always - taste! This is a unique CD expertly played by skilled instrumentalists intent on establishing and maintaining an integral sound that, above all, swings! It is far more than "casual listening" music. True, it will evoke occasional hand-clapping or toe-taping, but Tommy Newsom´s multi-layered sounds will also encourage re-plays that reveal fresh nuances each time." From the album notes by Floyd Levin, noted jazz historian, journalist and author of Classic Jazz - A Personal View of the Music and Musicians



O'Brien, Peter: Jazz Piano of a Celtic Soul Statesmen of Jazz: A Multitude...with Clark Terry