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Odd Shot: Oscar + Emma

Richard Koch (tp) Benjamin Weidekamp (as,cl) Roland Fidezius (b) Rudi Fischerlehner (dr)

Luong / Gonzo / Teelicht / Autopie / Soup / Phasern / Budenzauber / Kleine Welt / Fast Forward

Vier Dompteure präsentieren ihre wilden Tiere: Richard Koch seine brüllende Trompete, Benjamin Weidekamp sein wildes Sax und seine knuddelige Klarinette, Rudi Fischerlehner das garstige Schlagzeug und Oberdompteur und Zirkusdirektor Roland Fidezius den großen gefährlichen Kontrabass. Mal werden die Jazzviecher gezähmt, mal einfach aufeinander losgelassen. Und der Zuhörer ist unversehens mit in der Manege und seiner Haut und seines Trommelfells nicht mehr sicher. Der Direktor stellt in jeder Nummer ein neues Bild vor, einen zersplitterten Spiegel der Welt, ein Kaleidoskop. Die Architektur der Themen ist dabei gewohnt wohnlich bis gewagt wackelig, wie es modernen Prachtbauten eigen ist. Und wie die alten Sandburgen aus Förmchen immer irgendwann auseinander fielen, so zerbersten auch hier und heute alle Ton-Schlösser mit ihren virtuosen Türmen und Erkern irgendwann zu Sternenstaub. Manege frei und Kinder und Frauen an die Leine, denn jetzt schnappen sie zu! (Tom Van Hasselt, Kabarettist)

Seit nunmehr 4 Jahren feilt die Berliner Band ODD SHOT an ihrem eigenständigen und originellem Bandkonzept, und dieses mit Erfolg: Auf ihrem ersten Tonträger „Oscar & Emma“ erkennt man die entstandenen Stärken sehr deutlich: Die Band um Roland Fidezius zeichnet sich aus durch Authentizität und Ausdruck. Die Kompositionen des Bassisten setzen sich aus prägnanten Melodien und ungewöhnlichen Rhythmen zusammen und lassen Raum für kreative Improvisation. Es entsteht ein eigenständiger Bandsound, der die Individualität der einzelnen Musiker hervorscheinen lässt.

Konnex Records /rec 2004 /ModernJazz /CDs: 1

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Rezensionen

Jazzdimensions.de, 06.02.06

Der Nachwuchs bebt. Pfiffig, neugierig, frech, alles nicht zu ernst nehmend, mit einem hintergründigem, anarchischen Sinn für Humor - das sind Odd Shot, eine dieser jungen, in Berlin ansässigen Bands, die seit 2001 existiert und nun mit Oscar+Emma ihre erste CD vorgelegt hat. Den Hang zum Anarchischen kann man sich auch leisten, denn mit Richard Koch, Trompete, Benjamin Weidkamp, Altsaxofon/Klarinette, Roland Fidezius, Bass und Rudi Fischerlehner, Schlagzeug sind vier hervorragende Instrumentalisten zu Gange.
Mit dem Wuppertaler Roland Fidezius hat Odd Shot nicht nur einen vorzüglichen Bassisten, sondern auch einen originellen Stückeschreiber in seinen Reihen, der für alle neun Kompositionen verantwortlich zeichnet. Er versteht es, knappe, fordernde und zum Teil wunderbar eingängige Themen zu schreiben, die voller Brüche, überraschender Wendungen und stilistischer Waghalsigkeiten sind. Nichts ist wie ist. Auch die Wahrheit lebt vom Gegenteil – oder so. "Phasern", mit augenzwinkernden Reminiszenzen an Horace Silvers "Song for my father", ist fast so was wie der Ohrwurm der Scheibe ... wären da nicht diese merkwürdigen Schlusstakte.
Mit dem österreichischen Schlagzeuger Rudi Fischerlehner bildet Fidezius ein treibendes Rhythmusgespann, das im ungeraden Rhythmendschungel eine inspirierende Basis für die beiden Bläser liefert. Gewisse Verwandtschaften darf man bemerken. So zum Art Ensemble of Chicago, zu Anthony Braxton oder Steve Coleman. Aber die sind ja alle nicht von schlechten Eltern.
Herbert Federsel


Jazzthing 11/05

„Die vier zaubern frech und unvoreingenommen eine multistilistische, immer auch ausdrucksstarke Jazzmusik aus dem Ärmel, die hauptsächlich durch ihre Unbekümmertheit im Umgang mit verschiedenen Traditionslinien des Jazz besticht. Den vier jungen Musikern geht es aber nicht nur darum, nach möglichen Verbindungen zu suchen. Vielmehr lassen sie verschiedene Ausdrucksformen und Spielauffassungen durcheinander purzeln, schräge, vom Bassisten Fidezius vertrackt gesetzte Themen zerbersten in energiegeladene und funkelnd improvisierte Partikel und ein hochemotionaler Free Jazz darf bei dieser Band dann etwa auch widerspruchslos auf rumpelig-sperrige Rock-Grooves prallen. Koch, Fidezius, Fischerlehner und Weidekamp haben mit ihren neun Stücken das Spiel mit den Hörerwartungen zum musikalischen Prinzip von „Oscar & Emma“ erhoben.“ Martin Laurentius



Buersche Zeitung/Ruhrnachrichten 21.05.05

„Das Konzept dieser Band, die in Kürze ihre erste, überzeugend produzierte CD „Oscar & Emma“ veröffentlicht, basiert auf auschliesslich von Bassist Roland Fidezius komponierten Themen. Mit denen spielten, jonglierten, improvisierten die vier Musiker in der Kellerbar [des Consol-Theaters], dass es eine Freude war.
Was sachte begann, geriet schnell in energievolle Strudel aus schrägen, sich immer wieder verändernden Rhythmusmustern. Und die stachelten vor allem Altsaxofonist und Klarinettist Benjamin Weidekamp und Trompeter Richard Koch regelrecht an.
Alleine oder in Zwiegesprächen jagten sie der Melodie auf ihren Instrumenten hinterher, immer angetrieben von den präzise geklopften Beats vom unermüdlichen Schlagzeuger Rudi Fischerlehner und den wohligen Kontrabass-Impulsen von Roland Fidezius. Diese Musik, gespielt von vier ausdrucksstarken Instrumental-Stimmen, pendelte gekonnt zwischen flüssigen Grooves und herrlich verqueren und sperrigen Momenten. Und sie bereitete dem Publikum nicht zuletzt auch deshlab beim Zuhören unheimlich viel Spaß.

Zeitungshaus Bauer, 21.05.05
„Eine prima Sache, wie anschliessend das Berliner Quartett „Odd Shot“ mit dem aus Münster stammenden Saxofonisten und Klarinettisten Benjamin Weidekamp und ihrem rhythmisch-vertracktem, explosiven und erfreulich eigenständigem modernen Jazz unterstrich“

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