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Bucky Pizzarelli: April Kisses

Bucky Pizzarelli (g)

Helena / April Kisses / Afterthoughts / Part 1 / Afterthoughts / Part 2 / Afterthoughts / Part 3 / The End of a Love Affair / Slow Burning / Tears / Love Song / It Must be True / Indy Annie / Sutton Mutton (Taking it on the Lamb) / Come Sunday / Squattin´ at the Grotto / Please / Smoke Gets in Your Eyes / Slamerino / Peg Leg Shuffle / Stompin´ for Boz / Silk City Blues

"Manchmal ist es seltsam wie Dinge geschehen. Im Januar 1999 griff ich mir meinen Freund Bucky in London für ein Interview. Kurz nach unserer Begrüßung begann er für mich einige Kompositionen von Eddie Lang und Carl Kress zu spielen. Ich kannte die Original-Aufnahmen, aber während er spielte hatte ich ein wunderbares Gefühl. Ich hörte das wichtigste Erbe einer Tradition. Eine Tradition, die von Lang und Kress gegründet wurde und von Künstlern wie George Van Eps, George W. Smith und Bucky Pizzarelli weitergeführt wurde. Diese einheitliche Vermischung von klassischen Harmonien und Jazz ist die amerikanische Antwort auf die Klassik in Europa. Auf dieser wertvollen Aufnahme, spielt Maestro Bucky Pizzarelli wunderschöne, einige der Besten dieser Kompositionen. Beim Zuhören dieser Musik, werden sich viele Leute fragen, warum diese wunderschöne Musik so lange überhört wurde." Michele Ariodante.

Arbors Records /rec 1999 /Mainstream /CDs: 1

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Rezensionen

Jazzpodium 2005-09

„Es gibt keinen Standard und kein Swing-Stück, das sein siebensaitiges Instrument nicht in pures Gold verwandelt hätte", jubelte die mit Gefühlseruptionen eher sparsame New York Times, als Bucky Pizzarelli zur Jahrtausendwende unter dem Titel „One Morning In May" das Volume 2 seiner Reihe „Solo 7-String Guitar" vorlegte. Inzwischen liegt bei uns auch die erste dieser Solo-CDs vor, „April Kisses". Schon 1998 brachte Arbors ein Album heraus, das natürlich eine besondere Delikatesse ist - ein weiteres Teaming-Up von Vater und Sohn Pizzarelli, John sen. mit John jr., dem seit Jahren als Gitarrist und Swing-Sänger außerordentlich erfolgreichen Filius. „The Pizzarellis - Bucky And John: Contrasts" heißt die Köstlichkeit, die den Kontrast zwischen Vater und Sohn gar nicht extra im Titel hätte betonen müssen. Daddy, egal ob im Begleitspiel oder im Singlenote-Solo, kommt nun mal ganz aus der klassischen Tradition der Lang/Johnson- oder später der Kress/Barnes-Duos und klingt auch so, während der Sprössling vor allem in den Läufen schon ganz andere Hintergründe reflektiert. Kein Wunder. Zusammen geht es trotzdem. Nun also das Solo-Album „April Kisses". Das ist eine Schallplatte, die weniger in Bezug auf den „approach", als in der Spieltechnik (kaum, falls überhaupt, die auf der Siebensaitigen eigentlich zu erwartenden Bass-Runs, dafür umso mehr sorgfältigst erarbeitete akkordische Reihungen) die gesamte Tradition der Jazzgitarre atmen, auf denen Bucky also wirklich nicht verhehlen kann, dass er der Generation der Väter angehört. So assoziiert man ehestens George Van Eps und Johnny Smith und im Grundfeeling vor allem Buckys äußerliches Alter Ego Marty Grosz, den letzten großen Erbwahrer der wundervollen Kunst des konsequenten Rhythmusspiels. Nur, damit kein Missverständnis aufkommt: Auch ohne die allenthalben so effektvollen Bass-Runs swingt das Solo-Spiel, bei dessen Hören man den Eindruck wieder mal nicht los wird, dass die alten Meister der Jazzgitarre eine Auffassung von Virtuosität gehabt haben müssen, die nie zu Lasten dessen gehen durfte, was an Tiefe in der Musik steckt. Anders gesagt: Wer wissen will, was die Seele der Jazzgitarre ist, das zeitlose Wesen dessen, was Jazz und Jazzgitarre bestimmt, der höre den alten Pizzarelli. „Nur das Gefühl ist beständig." Ezra Pounds Satz stimmt. Bucky beweist es.
Alexander Schmitz

Info

"Sometimes it is strange the way things happen. In January of this year (1999) I reached my friend Bucky in London for an interview. Shortly after we exchanged greetings he began to play for me some compositions by Eddie Lang and Carl Kress on his new Benedetto 7-string (g). I knew the original recordings, but while he was playing I had a very clear feeling. I was listening to the most important heir of a tradition that we could define as archtop (g) music. A tradition founded by Lang and Kress and then continued by artists like George Van Eps, George W. Smith and Bucky himself, but which has been kept in the shadows for too long. This unique blending of classical harmony and jazz language is the real American answer to European classical (g). On this precious recording, Maestro Bucky Pizzarelli plays wonderfully some of the best of these compositions. Listening to them, many people will want to know why such beautiful music has been, until today, so overlooked. It seemed quite obvious to suggest to Bucky the idea of recording this material alone, on the acoustic archtop. When I told him, he had a sparkle in his eyes. As a (g) player and jazz lover I now thank him for realizing it." Michele Ariodante, jazz (g)ist and regular contributor to Axe magazine. Rome, Italy, March, 1999.



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