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JazzPodium 2005 - 01
Ein äußerst produktiver Musiker mit bislang zehn CDs unter eigenem Namen oder als Sideman allein beim Label Arbors präsentiert John Sheridan seine elfte Arbors-Scheibe diesmal im Trio-Format und aufgenommen im Oktober 2002. Sheridans CD-Einspielungen wie auch seine Live-Auftritte kennzeichnen ihn als Swing-orientierten Pianisten par excellence, der Teddy Wilson, Jess Stacy und Billy Kyle als seine wesentlichen Inspiratoren nennt, aber auch an Stride- und Bebop-Pianisten nicht achtlos vorüber gegangen ist. Ein Kennzeichen Sheridans ist sein leichter Anschlag, mit dem er jedoch einen enormen Drive entwickelt. Ohne ausgesprochenes Powerplay seiner linken Hand schafft er mit dieser dennoch ein kompaktes rhythmisches Fundament, während seine Rechte in permanentem Fluss perlender Läufe ein reiches Ideenspektrum entfaltet. Dass er gleichwohl über technische Perfektion verfügt, muss nicht besonders hervorgehoben werden. Mit dieser CD präsentiert Sheridan ein Programm von zwölf Titeln, die sich bis auf wenige Ausnahmen in mittleren und Balladen-Tempi bewegen; furiose, mit technischem Feuerwerk vorgetragene Stücke finden sich hier nicht. Dafür entfaltet Sheridan seine Brillanz ausgiebig in den überwiegend langen Stücken der CD. So bringt diese eine vornehmlich kontemplative Stimmung zu Gehör. ohne dabei Einförmigkeit aufkommen zu lassen; spannungsreiche Passagen bestimmen Sheridans Spiel vom ersten bis zum letzten Takt. Seine Sidemen. Bassist David Stone und Drummer Tony DeNicola agieren unspektakulär, jedoch mit kompakter Intensität. Sie zeigen ihr Format auch in Soloparts, wobei besonders David Stone hervorzuheben ist. Sein DuoSpiel mit Sheridan - ohne Drums - in „The folks who live on the hill" ist beispielhaft. Das Repertoire der CD kommt mit weniger bekannten Titeln aus dem reichen Fundus des Great American Songbook mit den Entstehungsjahren von 1916 bis in die 1940er Jahre: „It's been so long" als Startnummer über z. B. „Wonder why", „Ev'rything I love" und „I never knew" bis zum Finale „Lets get away from it all". John Sheridan ist ein erstrangiger, kreativer, Swing-beseelter Jazzpianist, der seinen Weg auch als beachtlicher Arrangeur unbeirrt von allen "trendigen" pianistischen Jazzderivaten geht - dafür legt er mit dieser CD ein weiteres Zeugnis ab. Gerhard Hopfe
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