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Frank Wingold: Clairvoyance

Frank Wingold (g) Nils Klein (ts,ss,cl,bcl) Dietmar Fuhr (b) Jonas Burgwinkel (dr)

Fetish / Excuse my French / Circlism / Clairvoyance / Nifty / Magma / Even ther weariest river winds somewhere save to sea / Caterpillar / Choral

Frank Wingolds neue Formation - nach den freieren, elektrifizierten oder kammermusikalischen Projekten der letzten Jahre wie agog oder Underkarl - nun die bewußte, zeitgemäße Rückbesinnung des mit allen Wassern gewaschenen Gitarristen auf einen originären Jazzbackground - natürlich gebrochen durch Wingolds eigenwilligen Blickwinkel. Jede Komposition evoziert eine eigene, unverwechselbare Atmosphäre, der Hörer ist nah an dran der Band, er hört die Musik atmen. Ein warmer, akustischer Sound, gitarristisch und kompositorisch jedoch kompromißloser und reifer denn je - zeitgenössischer Jazz, elegant, energetisch und interaktiv.

Konnex Records /rec /ModernJazz /CDs: 1

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Rezensionen

Jazzpodium 2006-02

Mit seinen ersten Produktionen, vor allem mit seinem Trio AGOG, mit dem er vor einigen Jahren die Dutch Jazz Competition in Den Haag gewonnen hatte, zeigte sich der Kölner Frank Wingold als ein überragender E-Gitarrist, dem es scheinbar mühelos gelang, die Qualitäten der RockGitarre in eine aktuelle Jazzsprache umzusetzen. Höchst aktuell ist er mit seiner neuen Produktion geblieben, dieses Mal aber vor allem mit akustischer Gitarre, als deren Meister er sich ebenfalls zeigt. Auch wenn er noch keinen Eingang in eine große Marketingstrategie gefunden hat, mit „Clairvoyance" zeigt er sich als ein Konzeptionalist der aktuellen Musik. Schon der erste einleitende Ton macht neugierig, erinnert an eine bedeutende Aufnahme, aber schon im nächsten Augenblick kehrt er seine virtuose Handschrift hervor, lässt alles vergessen, was man vor ihm gehört hat. Mit dem Saxophonisten Niels Klein hat er sich einen absolut ebenbürtigen Partner ausgesucht, der mit einer außergewöhnlichen Beweglichkeit tausend Ideen auf einmal entwickelt, mit einer Leichtigkeit und einer nicht enden wollenden Beredsamkeit. Irgendwie klingen seine Instrumente anders als man es vom Sopran oder der Bassklarinette gewohnt ist, halt der Niels-KleinTon. So scheint es doch kein Zufall zu sein, dass dieser junge Mann mit dem Abschluss seines Studiums schon alles an Preisen gewonnen hat, was möglich ist, zum Beispiel den Förderpreis des Landes NRW und nun auch das Förderstipendium für Jazz und Improvisierte Musik der Stadt Köln. Der Bassist Dietmar Fuhr, Wingolds Partner aus den Underkarl-Zeiten und der junge Schlagzeuger Jonas Burgwinkel gehören ebenfalls zum Besten, was der Jazz am Rhein zur Zeit zu bieten hat. Auch die Titel fügen sich ein in das Konzept. Das Titelstück „Clairvoyance" ist von einer überraschenden freien und verwirrenden Durchsichtigkeit während sich „Magma" langsam aber unaufhaltsam ausbreitet, um nur zwei von neun Beispielen zu nennen. Um es nochmals zu sagen, eine der gelungensten Produktionen eines deutschen Ensembles der letzten Zeit!
Hans-Jürgen von Osterhausen

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